Für den Sturz Hitlers am 20. Juli 1944

Straßenschild Goerdeler Str.

Carl Goerdeler (1884-1945)

Carl Goerdeler war einer der führenden Männer des bürgerlich-konservativen Widerstandes gegen Hitler. Nach seinem Rücktritt als Oberbürgermeister von Leipzig begann er, für die Ziele seiner gegen die Nazis gerichteten Politik zu werben. So wurde er zum Mittelpunkt des zivilen Widerstandes, weil er es verstand, die unterschiedlichsten Kreise zusammenzuführen. Für die erste Regierung nach dem Sturz Hitlers war er als Reichskanzler vorgesehen. Nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 wurde er steckbrieflich gesucht, schließlich verhaftet und am 7. September 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.

Ernst-von-Harnack-Str.

Ernst von Harnack (1888-1945)

Der aus Marburg stammende Ernst von Harnack wandte sich nach dem Ersten Weltkrieg der SPD zu. ln der Weimarer Republik machte der Jurist Karriere und stieg bis zum Regierungspräsidenten in Merseburg auf. 1932 wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt und schließlich 1933 aus dem Dienst entlassen. Die Nazis verziehen ihm nicht, dass er in Reden und Artikeln vor ihnen gewarnt hatte. Seine zahlreichen Verbindungen brachten ihn mit vielen Widerstandskämpfern zusammen. Nach dem 20. Juli wurde er verhaftet und am 1. Februar 1945 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 30. März voltstreckt.

Theodor-Haubach Str.

Theodor Haubach (1896-1945)

Das Erlebnis des Ersten Weltkrieges führte ihn zum Sozialismus. Nach der Machtübernahme Hitlers war er mehrfach verhaftet worden und wurde zwei Jahre im KZ Esterwegen gefangen gehalten. Die Nazis entließen ihn schließlich, und er musste sich als Versicherungsvertreter seinen Lebensunterhalt verdienen. Ab 1943 engagierte er sich im Kreisauer Kreis des Grafen Helmut von Moltke. Nach dem 20. Juli wurde er verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Am 23. Januar 1945 wurde er im Zuchthaus Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Herrmann-Kaiser

Hermann Kaiser (1885-1945)

Obwohl er zu Beginn der 30er Jahre selbst Mitglied der NSDAP geworden war, weil er angesichts der wirtschaftlichen Situation Deutschlands auf die Partei Hitlers gesetzt hatte, kam es 1934 nach dem Röhm-Putsch und der von der SS begangenen Morde zum Bruch und bald darauf zur Gegnerschaft. Der beliebte Lehrer an der Oranienschule in Wiesbaden war schon leichtsinnig, wenn er im Unterricht seine Meinung gegen das NS-Regime offen vertrat. Doch weder ein Lehrer noch einer seiner Schüler verrieten ihn. Nach dem Ausbruch des Krieges wurde der Reserveoffizier zum Befehlshaber des Ersatzheeres nach Berlin eingezogen. Hier befand er sich an einer Schaltstelle und suchte bald Anschluss zum Widerstand. Kontakte hatte er zu Ludwig Beck und zu Carl Goerdeler. Er arbeitete an der Planung für den Einsatz der Truppenverbände im Zusammenhang mit dem Umsturz mit. Der Aufstand scheiterte, und Hermann Kaiser wurde verhaftet. lm Zuchthaus Berlin-Plötzensee wurde er am 23. Januar 1945 hingerichtet.