Im Kampf für die evangelische Kirche

Straßenschild Hans-Buttersack Str.

Hans Buttersack (1880-1945)

Der Wiesbadener Rechtsanwalt Hans Buttersack war ein konservativer Mann, der der „Machtergreifung“ Hitlers nicht negativ gegenüber stand. Doch zog er sich bald den Hass der Nazis zu, als er sich weigerte, den Wiesbadener Stahlhelm in die SA zu überführen. Mehrfach stand er danach wegen Beleidigung des NS-Bürgermeisters Felix Piekarski vor Gericht. Trotz Überwachung durch die Gestapo setzte er sich unerschrocken für die Bekennende Kirche in Wiesbaden ein und engagierte sich dazu als Anwalt für Verfolgte des Regimes, darunter auch für jüdische Mitbürger. lm Mai 1943 wurde er erneut verhaftet und kam ins KZ Dachau. Im Außenlager Augsburg musste er schwere Arbeit leisten. Bei einem Bombenangriff 1944 wurde er schwer verletzt. Aufgrund der schlechten medizinischen Versorgung verstarb er am 13. Februar 1945.

Straßenschild Willi-Borngässer-Str.

Willy Borngässer (1905-1965)

Der Pfarrer an der Marktkirche war den Wiesbadener Nazis schon bald ein Dorn im Auge, da er sich nicht den Deutschen Christen anschloss, sondern sich in der Gemeindearbeit und bei den Jugendabenden gegen das Regime stellte. Auch mehrfache Verhaftungen und Verwarnungen durch die Gestapo konnten ihn nicht abschrecken. Schließlich wurde er 1943 vom Volksgerichtshof zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Zuchthaus Butzbach wurde er von den Amerikanern 1945 befreit. Er kehrte nach Wiesbaden zurück und widmete sich dem Aufbau der Marktkirchengemeinde. Er starb am 19. Oktober 1965.