St. Klara - Für einander da sein

Gründonnerstags-Tischmesse mit Agape in St. Klara

Fleißig hatten viele helfende Hände am Mittwochabend gearbeitet, um die Kirche St. Klara

in einen Festsaal für die Feier der Tischmesse am Gründonnerstag zu verwanden. 

An acht langen, festlich mit Blumen und Kerzen geschmückten Tafeln, die strahlenförmig 

auf den in der Mitte stehenden Altar zuliefen, konnten dann 90 Gläubige Platz nehmen, 

die zur Eucharistiefeier zum Gedächtnis an das letzte Abendmahl am Gründonnerstag-

abend 20:00 Uhr nach St. Klara gekommen waren.

Von festlicher Musik der Flötengruppe eingeführt eröffnete Pfarrer i.R. Heimburger den Gottesdienst. Und gleich zu Anfang ein Experiment:

die Gemeinde wurde eingeladen, gemeinsam gegeneinander einen Kanon zu singen

(dies sollte sich später noch einmal wiederholen) – und die Gemeinde sang begeistert.

Das Evangelium des Tages behandelte die Fußwaschung, eine knechtliche, gering

geschätzte Arbeit, die Jesus an seinen Jüngern vollzog. Pfarrer Heimburger hatte dazu

ein Bild seines Lieblingsmalers, des Pfarrers Sieger-Köder,  verteilt und ging in seiner kurzen Predigt auf den Auftrag ein, den Jesus mit dieser Handlung uns Christen aufgetragen hat.

Gemeindereferentin Horn und Dr. Rollig leiteten in einem Wechselgespräch daraus den

Kernsatz für unser christliches soziales Zusammenleben : „Für einander da sein“ ab, 

versuchten ihn näher zu ergründen und vor allem in unsere heutige Zeit hinein zu stellen.

Da kamen interessante Aspekte zur Sprache wie das „für einander da sein“ in der Familie,

zwischen Eltern und Kindern, zwischen Freunden, Partnern, Ehepartnern, Kirchen-gemeindemitgliedern. Dr. Rollig ging noch einen Schritt weiter und stellte das

„für einander da sein“  im Genossenschaftswesen, in der gesetzlichen Kranken-,

Arbeitslosen- und Rentenversicherung, sogar in unserem Sozialstaat dar, was nicht

freiwillig, sondern auf Anordnung des Staates erfolgt (weil sonst nicht jeder mitmachen

würde). Die Schriftenauslegung endete mit dem Appell an Alle in Erfüllung des Auftrags

Jesu für einander da zu sein. 

Mit besonderer Freude begrüßte er dann den langjährigen, jetzt im Ruhestand lebenden

früheren Pfarrer von St. Klara, Bernhard Welzel, dem es trotz gesundheitlicher Probleme

ein Herzensanliegen war, an diesem Gottesdienst teilzunehmen. Pfarrer Welzel bedankte

 sich ganz herzlich bei der Kirchortgemeinde von St. Klara für die Glückwünsche zu

 seinem 60. Priesterjubiläum – zeigt doch diese Gratulation, die von vielen Gemeinde-

mitgliedern unterschrieben worden war, dass er und seine damalige Aufbauarbeit in

St. Klara nicht in Vergessenheit geraten ist.

 

Auch die Fürbitten beschäftigten sich mit diesem Kernsatz.

Zur Gabenbereitung brachten die Kommunionhelfer von allen Tischen eine Schale mit

Brot und einen Becher mit Wein zum Altar. Zur Wandlung gab es noch eine Überraschung:

da nach alter Sage in der Karwoche „die Glocken nach Rom fliegen“, läutete nach den

Wandlungsworten nicht ein zartes Glöckchen, sondern ertönte kernig  eine alte Ratsche,

so wie sie im Fuldaer Land (daher kommt sie nämlich) in der Karwoche im Einsatz ist.

Zur Kommunion brachen die Liturgiehelfer an den Tischen die großen Hostien in Stücke

und reichten sie den Tischgenossen, ebenso reichten sie den Becher mit dem Blut

Christi, in das die Hostienstücke getaucht wurden.

Nach der Kommunion überführte Pfarrer Heimburger zu den Worten der Stelle des

Evangeliums über die Nachtwache der Apostel im Garten Gethsemane das Allerheiligste

aus dem Tabernakel in die Sakristei – der Tabernakel bleibt bis Ostern verwaist.

Nach Ende des Gottesdienstes dankte Dr. Rollig allen Helfern, die zum Gelingen des

Gottesdienstes beigetragen hatten, insbesondere dem Flötenkreis unter der Leitung

von Frau Küter.