Der Ortsbeirat Wiesbaden - Klarenthal und die Wahlen in Klarenthal

 

Seit dem Einzug der ersten Mieterinnen und Mieter entwickelte sich im jungen Stadtteil ein reges Gemeinschaftsleben. Dazu boten sich zunächst die beiden Kirchengemeinden an. Die Versammlung um den Altar brachte auch die Menschen im Alltag zusammen. Daneben sind die politischen Parteien zu nennen. Die Übereinstim­mung in politischen Fragen und Überzeugungen sorgte dafür, dass gleichgesinnte Mitbürger zusammenfanden. Und es war der Sport, der das Gemeinschaftsgefühl stärkte. Nicht vergessen werden soll in diesem Zusammenhang auch die Arbeit des Volksbildungswerkes mit seinen Kursen, Vorträgen und dem Chor. An die Öffentlichkeit traten die Klarenthaler erstmals 1968 durch ihren massiven Protest gegen die hohen Heizkostenabrechnungen, die nach dem ersten kalten Winter ins Haus kamen und bei vielen Bewohnern Empörung auslösten. Am 13. Mai 1968 fand die erste Bürgerversammlung statt, in der die Klarenthaler ihre Sorgen und Nöte den Vertretern der städtischen Körperschaften vortrugen.

Was sicher in besonderer Weise zur Bildung eines Zusammengehörigkeitsgefühls beigetragen hat, das war im September 1970 die Anerkennung als selbständiger Stadtteil mit einem eigenen Ortsbeirat. Hiermit hatten die Klarenthaler ein eigenes, repräsentatives Gremium, dessen Zusammensetzung sie in freier Wahl selbst bestimmen konnten. Hier gab es erstmals eine Institution, an die man sich wenden konnte, die aus eigener Erfahrung die Sorgen und Probleme dieses Stadtteils kannte und bemüht war, als Mittler zwischen den städtischen Körperschaften und der Bevölkerung vor Ort zu fungieren. Dass die Bewohner den Ortsbeirat als politische Institution akzeptierten, zeigen nicht nur die zahlreichen Besucher in den öffentlichen Sitzungen, sondern dies wird auch an den Wahlergebnissen deutlich. Der politische Wechsel ist selbst in einem solchen Gremium möglich. Die Bürger wissen, dass sie nicht nur „Stimmgeber" sind, sondern mit ihrer Stimme politischen Einfluss ausüben können. Die Mitglieder des Ortsbeirats wissen aber auch, dass sie keine Honoratioren ohne Aufgaben sind, sondern sich um die Bürger bemühen müssen, wenn sie wiedergewählt werden wollen.

 

 

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